Update – ich hab die Uni überlebt

Erneut ein Beitrag aus der Reihe „mein-chaotisches-Leben-und-ich“. Diesmal mit einer erfreulichen Nachricht, denn ich habe die Uni beendet. Also fast. Ich muss noch auf ein paar Ergebnisse warten, aber damit will ich euch nicht weiter langweilen. Wieder einmal sind die Wochen nur so an mir vorbei gezogen: die letzten Prüfungen, die letzten Vorlesungen, die letzten Essays, die ersten Verabschiedungen, das große Packen. Für Freizeit blieb nur wenig Zeit. Und auch wenn meine Zukunft noch nicht in Stein gemeißelt ist, weiß ich dennoch: Groningen wird mir sehr fehlen, meine Freunde werde ich schrecklich vermissen und auch die Uni wird mir fehlen. Irgendwann. Momentan bin ich einfach nur noch froh fertig zu sein und das „richtige“ Leben vor mir zu haben. Wobei sich mir die Frage stellt, was das richtige Leben eigentlich ist. Im Endeffekt habe ich die letzten 4 Jahre bereits mehr erlebt, als in meiner gesamten Schullaufbahn – und ja, ich bin noch immer sehr froh, nie wieder in die Schule zurück zu müssen. Nun aber zurück zum eigentlichen Thema: was ist in den letzten Wochen so passiert? Ich habe am 25.06.2018 um 11.56 endlich meine Bachelor-Arbeit eingereicht. Endlose Stunden des Schreibens, Nachforschens und Verzweifelns sind somit offiziell vorbei. Hinzu kam natürlich noch, dass ich noch 3 weitere Kurse nebenbei schaffen musste und somit wirklich mehr als genug zu tun hatte. Und was richtig gemein war: Das Wetter war einfach wunderschön! Um sich eine Pause zu gönnen, wurde sich also ab und zu in der Stadt getroffen um Essen oder Trinken zu gehen, oder durch die Geschäfte zu bummeln. Es wurde auf dem Balkon gegrillt und mit den Mitbewohnern gekocht. Dennoch hätte ich wohl lieber an dem See in Groningen gefaulenzt (naja wer würde das nicht lieber machen), anstatt wie eine Verrückte auf die Tasten meines Computers einzuhauen. Immerhin saßen wir alle im selben Boot und konnten uns gegenseitig aufmuntern – ganz nach dem Motto „in 4 Wochen sind wir endlich frei“. Aber sind wir das nun wirklich? Immer wieder frage ich mich, was als nächstes kommt. Um ehrlich zu sein, hatte ich die ersten Tage nach dem Umzug eine seltsame Stimmungslage. Auf der einen Seite war ich happy der Uni endlich den Rücken kehren zu können, aber auf der anderen Seite war ich einfach so schrecklich planlos und dadurch unzufrieden. Ich bin einfach ein Mensch, der gerne einen Plan hat.

Nach 4 Jahren bin ich nun also zurück nach Deutschland gekommen, zurück in meine Heimat -vorerst. Ein Jahr Frankreich, 2.5 Jahre Holland und ein halbes Jahr Italien liegen hinter mir und ich kann mir gar nicht vorstellen, wie mein Leben ohne diese Erfahrungen wäre. Frankreich war definitiv mein wildes Jahr. Das erste Mal war ich frei und unbeobachtet (abgesehen von meinen Gasteltern) und habe mich der Angst gestellt, neue Leute ansprechen zu müssen (Ja, ich war früher ziemlich schüchtern und konnte nicht mal irgendwo anrufen ohne Schweißausbrüche zu bekommen). (M)eine Vorliebe für Wein entwickelte sich ebenfalls – in Frankreich ist ja auch irgendwie gar nichts anderes möglich. Mit dem Studiumbeginn war ich dann ein ganz anderer Mensch. Relativ schnell stellte ich dann fest, dass man im Studium tatsächlich lernen, lesen und sich vorbereiten muss. Um es kurz zu fassen, der Ausgleich Uni – Freizeit wurde irgendwann gefunden und mein Leben wurde etwas ruhiger. In Italien bin ich sehr viel gereist und bin die etwas untypische Erasmus Studentin gewesen, da ich meine Party Zeit schon zu Beginn des Studiums ausleben konnte. In Groningen gibt es eine Menge internationaler Studenten und das ESN Programm ist dort einfach um einiges besser als in Siena. Von daher gab es in Italien das ’süße Nichtstun‘ oder auch ‚La dolce Vita‘.
Jede Reise, jeder neue Lebensabschnitt verändert dich und bringt dir eine wichtige Lektion bei. Fehler, die du machst, sind dabei die größten Lehrer, die du nur bekommen kannst. Oder sollte ich besser sagen, alles, was nicht nach Plan läuft, bringt dir die schönsten Erinnerungen.

Also steht für mich nun fest: Ich möchte diesen Sommer in vollen Zügen genießen und Dinge tun, die ich noch nie gemacht habe. Mir Sorgen machen, was alles kommt oder was sein könnte will ich mir nicht mehr machen. Ich habe einen wichtigen Lebensabschnitt beendet und weiß noch nicht genau, was die Zukunft bringen wird. Ich habe zwar inzwischen einen groben Plan, aber wenn ich ehrlich bin, kommt es meistens sowieso anders als gedacht. Also lasse ich mich überraschen, wo ich in einem Jahr sein werde, was sich so ergeben wird und werde versuchen, meine Ziele weiterhin bestmöglich umzusetzen. Jetzt freue ich mich erst einmal über meine gewonnene freie Zeit und über die Trips, die diesen Sommer anstehen. Und damit steige ich jetzt erstmal in den Flieger nach Kroatien und gönne mir etwas Entspannung nach dem Stress der letzten Zeit!

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