Geburtstage in Italien

Warum vergeht die Zeit eigentlich immer so schnell, wenn man viel zu tun hat? Momentan verfliegen die Tage wie im Flug. Die Examen kommen. Wie ich diesen Tag gefürchtet habe, denn in Italien sind alle Prüfungen mündlich (und für mich auch noch auf Italienisch!). Somit bin ich eigentlich den ganzen Tag nur am Lernen. Weil ich nicht durchfallen will. Weil ich manchmal einfach etwas zu ehrgeizig bin. Meine Mitbewohnerin zum Beispiel ist fast jeden Abend bis spät in die Nacht unterwegs. Ich frage mich tatsächlich manchmal, wie sie das alles schafft. Nun ja, wie ihr euch vermutlich denken könnt, war diese Woche nicht sonderlich spannend und ich schwelge stattdessen noch immer in Erinnerung an das letzte Wochenende.

Ich glaube, ich habe wirklich noch nie meinen Geburtstag bei 13 Grad und in Lederjacke verbracht. Im Januar. Mit strahlend blauen Himmel und einer lachenden Sonne. Es ist wirklich verrückt, wie anders das Wetter hier in Italien ist. Nachdem der Dezember, nun ja, ziemlich frustrierend war und sich ewig hinzog, ist der Januar wie aus einer komplett anderen Welt. Sonnig (meistens), mild und fast schon frühlingshaft.

Heute nehme ich euch mit auf meine Geburtstagsreise. Meinen kleinen Tagesausflug. Die Flucht aus dem Alltag. Je nachdem wie man es nennen will. Glücklicherweise war ich nicht alleine, denn Lena begleitete mich. Wir wussten zwar, dass wir am 21. Januar irgendwo hinfahren wollten, jedoch hatten wir nichts Besonderes geplant. Am Abend vorher untersuchte ich die Umgebung von Siena auf Google Maps noch einmal genauer. Es musste doch noch irgendetwas geben, dass wir nicht gesehen hatten, dass sich aber auf jeden Fall noch lohnen würde? Da! Ich hatte etwas entdeckt. Eine Stadt, die ich eigentlich schon wieder komplett vergessen hatte. Eine Stadt, die im Sommer ein Schokoladen-Festival veranstaltet. Eine Stadt, aus der die kleinen leckeren Pralinen mit dem Namen Baci kommen. Eine Stadt, die sich Perugia nennt. Nach eingehender Untersuchung stellte ich fest, dass sie mir für einen Tagesausflug vermutlich zu klein wäre (ich denke dabei an unser kleines Volterra Fiasko). Also musste noch ein anderes Ziel her. Mein Traum ist es, irgendwann mal zum Lago di Braies zu fahren. Dieser liegt im Norden Italiens und sieht einfach nur magisch aus, besonders in der kälteren Jahreszeit! Da das natürlich ein etwas utopisches Ziel für einen Tagesausflug ist, suchte ich nach Alternativen. Ich wollte gerne einen schönen Sonnenuntergang sehen. Am Wasser. Vielleicht ans Meer? Da war ich auch schon ewig nicht mehr und es ist nur etwa eine Stunde Autofahrt entfernt. Allerdings haben wir im Sommer die Küste schon ganz gut abgegrast und ich wollte gerne etwas Neues sehen. Durch Zufall stieß ich auf einen See, der an der Grenze zwischen Toskana und Umbrien lag und dadurch nur in etwa eine Stunde von uns entfernt ist. Ich klickte mich durch die Bilder durch und war begeistert. Der Entschluss stand fest, am 21.01 würden wir nicht nur nach Perugia fahren, sondern auch zum Lago di Trasimeno!

Wir hatten gefühlt zwei verschiedene Jahreszeiten, die uns begleiteten. Während in Perugia das totale Frühlingswetter herrschte und ich problemlos nur im Kleid bekleidet die Sonne tanken konnte, war es am See… Nun ja sagen wir mal es war sehr frisch.
Das Tollste am ganzen Tag? Die Sonne! Wir haben fast den ganzen Tag die Sonnenbrille nicht abnehmen können, denn die Welt wurde in so ein strahlend helles Licht getaucht, dass wir ohne einen Schutz vermutlich gar nicht so viel gesehen hätten. Gut, vielleicht ist das jetzt etwas übertrieben, aber es war definitiv einer der sonnigsten Tage im Januar bisher. Quasi ein Geburtstagsgeschenk.

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Kommen wir aber zurück zum eigentlichen Thema. Am besagten Geburtstagsmorgen telefonierte ich mit meiner Familie, öffnete Karten, die mir nach Weihnachten mitgegeben wurden und ging den Tag sehr gemütlich an. Um zwölf Uhr machte ich mich auf den Weg zu Lena und wurde dort wahnsinnig überrascht! Sie hatte mir meinen Lieblingskuchen gebacken, kleine Kerzen darauf gesteckt und mir ein Geburtstagsständchen gehalten. Danke noch einmal dafür meine Liebe! Nachdem wir uns für die „lange“ Fahrt mit Kuchen und Kaffee gestärkt hatten, wurden die Sachen ins Auto geladen und ab ging die Post. Richtung Süden. Richtung Perugia. Wir schlenderten durch die Stadt, machten Fotos, bewunderten ein paar Läden, tranken Kaffee, aßen ein Baci (natürlich!) und setzten uns für eine Weile in die Sonne, um zu quatschen. Die Stadt war ziemlich leer, aber der Blick über die Umgebung ist atemberaubend! Falls ihr grade in der Nähe von Perugia seid, stattet dem Städtchen auf jeden Fall einen Besuch ab.

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Weiter nach San Feliciano. Ein Muss für alle, die entweder Wasser, Katzen oder Sonnenuntergänge lieben. Es ist ein recht kleines, ruhiges, idyllischen Städtchen, dass super viele Bötchen am Ufer aufgereiht hat und nur so von Katzen wimmelt. Wir genossen die ruhige Atmosphäre und bewunderten den Sonnenuntergang, zusammen mit viele Einheimischen. Ich fand es toll, dass alle zu dem Steg kamen und sich die Zeit nahmen, um der Sonne zuzusehen, wie sich verabschiedete. Manchmal sprechen mir die Italiener einfach aus der Seele: Nehmt euch Zeit für die kleinen Dinge, die das Leben zu bieten hat!

Weiter ging es mit einem kleinen Picknick (allerdings im Auto, da es ohne die Sonnenstrahlen doch ziemlich kalt wurde) bis auch die letzten Strahlen verschwunden waren.
Ich glaube, ich hätte noch ewig dort im Auto sitzen können. Einfach glücklich und gelöst sein. An nichts anderes denken, als an die vielen Dinge, die ich in Italien sehen konnte. Und daran, dass ich jetzt 22 bin. Ein Jahr älter, ein Jahr weiser? Wir werden sehen.

Der Abend klang nicht weniger schlecht aus. Es wurde reichlich gegessen, ich bekam ein Geburtstags-Pizza-Stück (also eine Kerze auf der Pizza) und wir tranken traditionell österreichische Spritzer bis spät in die Nacht.

Auf dem Nachhauseweg dachte ich über den Tag nach und war einfach nur zufrieden. Über mir leuchteten die Sterne um die Wette und spiegelten sich in meinem breiten Lächeln wider. Definitiv ein gelungener Geburtstag!

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